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Adrenalin und Höhenluft

Freier Fall mit Rebound-Effekt, Vier-Gänge-Menü im Flugmodus, Weitblick ohne Bodenhaftung – immer mehr Menschen suchen in ihrer Freizeit den ultimativen Nervenkitzel. Die Palette der spektakulären Angebote reicht von Bungee-Jumping über Dinner in the Sky bis zur schwankenden Hängepartie in der Aussichtsgondel.

Um die zahlenden Besucher in den Himmel zu heben, nutzen viele Veranstalter einen Autokran. Mit Spezialvorrichtungen wird die Arbeitsmaschine für das windige Freizeitvergnügen aufgerüstet. TÜV-geprüft, gewährleisten die ausgeklügelten Aufhängungen stabilen Halt für das Fun-Sport-Equipment – etwa für die Bungee-Plattform – und so die größt mögliche Sicherheit für die Nutzenden.

Um die Sicherheit des Kranunternehmers ist es indessen häufig weniger gut bestellt. Um für Fun-Events mittels Autokran tragfähigen Versicherungsschutz sicherzustellen, sind einige Fallgruben zu beachten – und zu umgehen. Ein Blick auf die üblichen Deckungen offenbart das Dilemma. 

Spezielle Kranversicherungen: Keine Deckung für Fun-Risiken

Vor einiger Zeit konnten Veranstalter von Freizeit-Events mit Autokran noch auf Krandeckungen im Rahmen der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung zurückgreifen – ungeachtet der Tatsache, dass die speziellen Risiken eines Fun-Veranstalters nicht per se zu den branchenüblichen betrieblichen Nebenrisiken zählen. 

Seit 2015 ist endgültig Schluss mit dieser Praxis. Als Reaktion auf den tragischen und kostspieligen Unfall einer Aussichtsgondel im Sommer 2013 (Details siehe Kasten), hat die Versicherungswirtschaft die sogenannte Bungee-Klausel aus den Kranversicherungsverträgen herausgenommen. 

Kfz-Versicherung: Zweckentfremdung nicht gedeckt

Krane zählen zu den zulassungspflichtigen selbstfahrenden Arbeitsmaschinen. Unabdingbarer Bestandteil des Versicherungspakets für Kranunternehmen ist daher eine Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung. 

Sie leistet u. a. Ersatz bei gesetzlichen Schadenersatzansprüchen Dritter, wenn der Schaden durch den (bestimmungsgemäßen)Gebrauch des Krans eingetreten ist. 

Der Haken: Laut den Allgemeinen Bedingungen für die Kfz-Versicherung (AKB) ist der Versicherungsfall nur dann gegeben, wenn das versicherte Fahrzeug – hier: der Kran – bei Schadeneintritt zu dem im Vertrag festgelegten Zweck verwendet worden ist, mit anderen Worten: wenn sich ein fahrzeugtypisches Risiko verwirklicht. 

Der Einsatz der Arbeitsmaschine „Kran“ bei Fun-Veranstaltungen wie Bungee-Jumping wird gemäß den Versicherungsbedingungen als Zweckentfremdung gewertet und fällt somit nicht unter den Kfz-Versicherungsschutz. 

Das sieht auch der Bundesgerichtshof (BGH) so. Nach höchstrichterlicher Entscheidung sind Schäden, die nicht der Funktionsfähigkeit oder der Bedienung des Fahrzeugs geschuldet sind, explizit nicht als fahrzeugtypische Gefahren einzustufen. In solchen Fällen sei nicht der Kraftfahrt-, sondern der Betriebs-Haftpflichtversicherer in der Pflicht (BGH-Urteil vom 27.07.2010, VI ZB 49/08). 

Betriebs-Haftpflichtversicherung: Kein Schutz wegen Benzinklausel

Zum Basisversicherungsschutz für Eventfirmen zählt – als Pendant zur üblichen Betriebs-Haftpflichtversicherung – die Veranstaltungs-Haftpflichtversicherung.

Diese wäre, folgt man der Argumentation des BGH, theoretisch zuständig bei Schäden, die sich durch die Nutzung eines Krans bei einer Fun-Veranstaltung ereignen. Für Events wie Bungee-Jumping und Co. ist die Veranstaltungs- bzw. Betriebs-Haftpflichtversicherung jedoch nicht geeignet, da sie wegen der so genannten Benzinklausel den Kran nicht berücksichtigt. 

Zur Erklärung: Die Benzinklausel ist Bestandteil eines Haftpflichtvertrags und schließt Schäden durch den Gebrauch eines zulassungspflichtigen IAK Inter-Assekuranz Versicherungsmakler GmbH Kfz grundsätzlich aus dem Versicherungsschutz aus. Damit sollen Doppelversicherungen vermieden werden vor dem Hintergrund, dass der Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung für Fahrzeughalter hierzulande Pflicht ist. 

Bungee-Versicherung: Sonderdeckung für Freizeitevents mit Kran 

Die Versicherungslücke lässt sich nur mit einer Sonderdeckung schließen, die ergänzend zu den bestehenden Haftpflichtversicherungen des Veranstalters abgeschlossen wird. 

Kunden der Ecclesia Gruppe steht ein exklusives Produkt zur Verfügung, mit dem Bungee-Events und Co. abgesichert werden können. Ein Bungee-Sprung kostet um die 100 Euro. Der spezielle Deckungsschutz für Waghalsige ist daher vergleichsweise preiswert zu haben.

Mehr Informationen und ein Angebot zur Sonderdeckung gibt es bei der IAK Inter-Assekuranz Versicherungsmakler GmbH.

 
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